Sonntag, 1. Oktober 2017

"Rosamund - ihr irisches Glück, ihre Kobolde und die Liebe" von Cassandra Winter




Hallo Kleckse!

Ich habe damit gedroht: meine Rückkehr steht bevor. Es ist zwar noch nicht Vollmond oder Halloween, aber ich muss ja echt nicht jede Modeerscheinung mitmachen.

Demnach geht es in dem heutigen Buch auch nicht um Einhörner.
Wie? Das ist schon längst vorbei? Mensch, ich lebe wohl wirklich hinter dem Mond - schön ist es da.

Kobolde. Sie stehen in dem heutigen Buch im Mittelpunkt. Das Buch, welches mich aus meiner Leseflaute rausgeholt hat. Ja, diese eklige Krankheit, die uns Büchernarren hin und wieder - sowie öfters - befällt.
Ob ich wirklich geheilt bin, werde ich nach dem nächsten Buch merken. Aber eins nach dem anderen....



Rosamund erbt. Kein Batzen Geld, sondern ein gemütliches Cottage. 
Vielleicht kann man damit trotzdem die Schulden begleichen, wenn man gut verhandelt. Zumindest hofft das Dylan, Roses Verlobter. 
Sie hofft aber eher darauf, dank des Häuschens ihre Wurzeln wieder zu finden. 
Als sie dann auch noch auf Kobolde trifft, die um ihre Heimat bangen, wird die Sache ernst...




Charaktere

Wie bereits erwähnt, spielt Rosamund eine große Rolle. Bond - Rosamund Bond. Als Journalistin mit ihrem Verlobten Dylan in Dublin lebend, scheint sie sich etwas tolles aufgebaut zu haben. Glücklich ist sie dabei noch lange nicht. Der Pepp fehlt. Langweile durchflutet ihren Alltag. Sie will mehr vom Leben als Sicherheiten und gleiche Strukturen. Und Schmetterlinge? Die gibt es auch schon länger nicht mehr in ihrem Bäuchlein. Das Erbe kommt also wie gerufen.
Rosamund und ihr Verlobter ergänzen sich großartig. Während der eine manchmal einen Stock im Hintern zu haben scheint, würde sie ab und zu gerne im Regen tanzen. So sind jedenfalls meine Vermutungen. Auf jeden Fall haben sie schon gute Chancen, die Beziehung wieder auf die Reihe zu bekommen. Wäre da nicht Liam, ein charmanter Bub, der mit Anfang dreißig bei Mami wohnt und Frauen verzaubert. Und die Kobolde darf ich auch nicht vergessen. Spielen sie doch die eigentliche Hauptrolle im Buch. Eine gerade mal 158 jährige Koboldfrau mit Mann und zwei Kindern. Wobei die mit Mitte 30 auch schon volljährig sind. Aber nur gerade so. Wenn dann ein Langbein beschließt, ihr Häuschen abzureißen, kann sie das natürlich nicht so hinnehmen. Besonders, wenn man bedenkt, dass sie seit der Geburt schon in der zichsten Generation dort wohnt.
Mit der Kämpferlaune sollte es wohl nicht so schwer sein? Na, bedenkt aber, dass sie nur Lippenstiftgröße haben und sich doch eigentlich nicht zeigen dürfen. Eigentlich....

"Ein Haus ist nicht nur Stein, Holz und Mörtel. Es ist gefüllt mit Geschichten, Gefühlen und Erinnerungen. Das muss den Langbeinen doch bewusst sein!" 
(S. 14)



Schreibstil 

Das Buch liest sich weg wie geschnittenes Brot. Oder so. Was bei mir vier Tage dauerte. Das hat aber eher mit meiner Lesezeit + Lesetempo zu tun. Jedenfalls habe ich mich jedes Mal gefreut, wieder die Koboldfamilie "Wicklow"  zu treffen. Ein bisschen Regenbogenzauber im Alltag - wer mag das nicht?
Ich war von Anfang an in der Geschichte drinnen und wäre wohl auch ohne die durch den Alltag benötigten Pausen auch bis zum Schluss drangeblieben. Wobei mir aber besonders gegen Ende einige Fehler aufgefallen sind. Solche, die sich ein Lektor auf die Kappe schreiben sollte. Oder weglöschen? Ihr wisst, was ich meine. Jedenfalls stört das schon den Lesefluss.
Bei selbstpublizierten Exemplaren sehe ich aber trotzdem gerne darüber hinweg.

Was mir nach dem letzten Satz von "Idee" eingefallen ist: die bildhafte Sprache!! Ich war dort. In dem Cottage, als der Sturm wütete. Vor Rose Laptop, als sie mit den Kobolden sprach (Mist - Spoiler! - aber das hättet ihr euch denken können, ne?) ... und auch an sonstigen Orten, die ihr noch alle erleben werdet...


Idee

Ich lese selten bis gar nicht Koboldgeschichten. Mir würde sogar spontan gar keine andere einfallen.
So ist das - die Sara hat mal wieder keine Ahnung. Selbsterkenntnis ist.... - wie auch immer.
Total toll finde ich es auf jeden Fall, dass Cassandra die Geschichte nicht nur ihrer Mutter widmet, sondern sie sogar für sie geschrieben hat. Die beiden haben ein super Verhältnis zueinander, wovon man sich durch ihren Podcast und ihre Videos "Glimmerfeen" überzeugen kann.
Da ich sie schon ein paar Jährchen mit Vergnügen schaue, musste natürlich auch das Büchlein her.
Irland ist übrigens "Sinas" Lieblingsland. Oder war es England? Meine Stalkingfähigkeiten haben mich verlassen. Vielleicht ist es auch nur das Alter.
Das merkt man auf jeden Fall. Aber hey - das kommt bei "Schreibstil" rein.


Gefühl

Diese Geschichte hat mich mit Geborgenheit umhüllt; dank Kobolden, einer tollen Umgebung und der sympathischen Rosamund. Die Atmosphäre ist bestimmt auch nicht unschuldig.
 Bestimmte Personen hätte ich erschlagen können. Aber mehr als Zungerausstrecken war wohl dann doch nicht drinnen. Und die Sprache! Hach, es ist doch ein Wohlfühlbuch!


Fazit/Bewertung

Jetzt kommen wir wohl an die Stelle, an der ich bewerten soll. Das ist echt nicht gerade einfach. Woran  macht ihr das eigentlich aus? Ich habe noch keine anderen Koboldgeschichten gelesen (ich wiederhole mich) und der Vergleich zu anderen Geschichten scheint mir unpassend.
Ich sollte wohl auch die Kategorien "Lieblingsbuch", "Wohlfühlbuch", "passt schon" und "mehr als verbesserungswürdig" einführen. Wie auch immer die dann heißen werden - dieses Buch ist, wie ihr schon erfahren konntet, ein Wohlfühlbuch mit unerwarteter Wendung. Spannung trifft auf angenehme Atmosphäre und tolle Charaktere.
Bis ich die Kategorien habe, bekommt es aber trotzdem vier Klecksis! Fast fünf. ;-) Weil nicht perfekt, für sich einzigartig und wohl mein Retter aus der Leseflaute...





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Danke, Kleckse! <3