Sonntag, 5. März 2017

"Ich bin nicht verrückt sagt mein Einhorn" von Teresa Kuba | Rezension





Hallo Kleckse!

Meine Tage vergehen im Moment wie im Flug. Dadurch bekomme ich es erst heute hin, diese Rezi zu schreiben. Fast eine Woche nach dem Lesen. Huch, ich hoffe, dass ich noch alles zusammen bekomme! Vielleicht sollte ich mal anfangen, bei euch meinen Ballast abzuwerfen. Über Telekommenschen, interessante Kunden und was weiß ich noch alles. Soll gut sein. Aber das überlassen wir doch mal der Teresa Kuba!

"Als ich mich an den Laptop setzte, wurde mir jedoch schnell klar, dass die besten Geschichten das Leben selbst schreibt."
(S.114)



Teresa Kuba verschafft uns mit diesem Buch nicht nur einen Einblick in das verrückte Berufs- und Alltagsleben, sondern auch in ihre verdrehten Überlegungen...


Die Autorin
Teresa Kuba wurde 1987 in der schönen Stadt Freising geboren, in der sie heute mit zwei Mitbewohnerinnen und einem sehr mitteilungsbedürftigen Kater lebt. Nach unzähligen Kurzgeschichten, die in der Schublade schlummern, ist "Turion" ihr Debütroman. Beruflich hat die Autorin schon verschiedene Richtungen ausprobiert, wie z.B. Mediengestaltung oder die Arbeit mit behinderten Menschen. Am liebsten schreibt sie aber.




Gefühl
Lustig war es! Und verstörend. So verstörend. Was tummelt sich in deinem Gehirn, Teresa? Und das meine ich nur im besten Sinne. Und ich dachte, ich wäre schräg...

"Warum ist man nicht mehr am Leben, wenn einem beispielsweise mit einem Guillotine der Kopf abgetrennt wird?" 
(S.73)

Da schießt einem doch die Cola aus der Nase! Ekelfaktor, besonderer Humor und Tiefsinnigkeit. Alles vereint zu einem Klumpen, der sich in gut strukturierter Form Buch nennen darf. Aber ich muss aufpassen, was ich hier schreibe. Am Ende treffe ich Teresa auf der LBM, während sie eine destruktive Zwangsvorstellung hat und sie dann auch noch an mir ausführt. Versteht ihr nicht? Spätestens ab Kapitel 14 schon. Nehmt euch in Acht!
Ich nehme auf jeden Fall schon mal Taschentücher mit. Zumindest für die Lachtränen kann ich sie gebrauchen! :)





Idee
Na, was soll ich sagen? Die Mitbewohnerin Nastja hat vorgeschlagen, dass die Autorin doch ein Buch über ihr Leben schreiben soll. Ich weiß zwar nicht, wie sehr es sie davor bewahren wird, in Harz4 zu rutschen, aber die Idee war trotzdem klasse.
Schon alleine die Kapitelbenennungen finde ich vortrefflich. Ich wusste dadurch immer gleich, was ich erwartet. Denn irgendwie war es auch jedes Mal die Zusammenfassung des jeweiligen Kapitels. Und das ohne zu spoilern (Nachtrag: meine Güte - wie widersprüchlich ist das denn??).
Okay, bei Kapitel 18 hätte ich sehr gerne gesagt: "Und eben weil es nur essen ist, müssen wir deswegen nicht so einen Mist damit auslösen und....blabla...". Aber ich mache das im Alltag nicht und werde es auch hier nicht machen. Bringt eh nix. Ich weiß nicht, ob ich das wirklich aufgenommen hätte. Nach dem Kapitel hatte ich nicht mehr all zu viel Lust zum Lesen. Weil es irgendwie engstirnig ist. Aber das versteht man erst, wenn man sich lange mit dieser Materie befasst hat (keine Veganerin, aber denkende Esserin).
Kapitel 9 hätte ich wahrscheinlich auch nicht geschrieben. Denn ich bin nicht so gestrickt. Ich würde die Beziehung nicht wegen dem Gegenteil von Alleinsein eingehen, sondern schlicht und einfach wegen der Liebe. Ob Single oder nicht, ist mir also letzendlich egal. Aber ich finde es lustig, dass sie den Spieß in einem anderen Kapitel mal umgedreht hat. Das verdeutlicht auch, wie wir uns manchmal alle anstellen.
Am besten finde ich immer noch, dass sie immer wieder auf bereits Erwähntes verwiesen hat. Spätestens dadurch kam man sich dann wie in einer Comedyshow vor. Teresa auf der Bühne und wir ganz bekannt von ihren urkomischen Ausschweifungen.


Schreibstil
Das Buch wurde in 21 Kapitel plus Vorwort und Zugabe gegliedert. Viele lustige und leichte Abschnitte, die man zwischendurch oder in einem Stück genießen kann. Denn das war es: ein Genuss! Mal tiefsinnig - mal plaudernd - gewährt Teresa Kuba uns Einblick in ihre manchmal sehr verworene Gedanken.

"Wie wäre es eigentlich,...wenn die Aliens kleine naive Landwirte wären?" 
(S.104)

Das "was wäre wenn - Spiel" hat sie immer mal wieder gespielt und uns damit über den Tellerrand blicken lassen. Von ekligen Überlegungen (S.76f) über Essensreligion (S.94) und widersprüchliche Privatvorstellungen (S.101) bis hin zu diversen Berufsproblemen bringt das Buch viel Abwechslung und Schmunzelstoff mit. 





Jeder, der schon mehrer Jobs und damit eine eher steinige Karriere hatte, wird in diesem Buch sich selbst wiederfinden und vielleicht sogar begeistert sein. Teresa Kuba hat einen eigenen Humor. Das muss dann natürlich stimmen.
Deswegen bin ich dafür, dass für dieses Buch die Bewertungssterne ausgeknockt werden. 
Aber das geht natürlich so einfach. 
Aus diesem Grund stelle ich mir die besten Bedingungen vor und vergebe vier Klecksis!


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Danke, Kleckse! <3