Samstag, 25. Februar 2017

La vita seconda | Rezension


Huhu Kleckse!!

Die letzten Tage waren bloggertechnisch die Hölle. Ich wollte, aber konnte nicht. Denn mein Internet hat mir seine scheinbar verfaulte Zunge herausgestreckt. Und als wäre das nicht genug, habe ich meinen Zeitumkehrer nicht gefunden, um so viel zu lesen, wie ich wollte. Aber genug der Nörglereien und Ausreden. Klecks, klecks - hier kommt eine neue Rezi! <3

Aaaah! Halt, STOPP! Ich habe das Buch im Rahmen der Gruppe "Mut zur Nische" gelesen. Auch dieses Buch ist ein Nischenbuch. Doch wir befreien es jetzt mal...






Ein Unfall verändert alles.
Er stellt das Leben mehrerer Menschen auf den Kopf. Mia, Oliver, Mark, Antonio.
Im Mittelpunkt ist Franziska. Köln der Vergangenheit.
Im Mittelpunkt ist Leya. Köln der Gegenwart.
Ein Unfall verändert alles. Er stiehlt Sprache, Gedächtnis und Herzen….
<3



Zur Autorin

Charlotte Zeiler wurde 1971 in Dresden geboren und flüchtete als 18 jährige allein über Ungarn nach Westdeutschland. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitet seither (in Teilzeit) auf einer interdisziplinären Intensivstation. Mit ihrer Familie (Mann, drei Kinder und Hund)  lebt sie in der Nähe von Köln. Von klein auf interessierte sie sich für Kunst, Kultur und Geschichte. Ausgestattet mit einer blühenden Phantasie und der Lust, diese in spannende Geschichten zu verpacken. „La Vita Seconda – Das zweite Leben“ ist ihr erster Roman. Quelle: Drachenmond Verlag




Schreibstil

Charlotte Zeiler hat mich mit der Geschichte von Anfang an in ihren Bann gezogen. Dadurch, dass sie ihre beruflichen Kenntnisse miteinfließen lassen hat, war es wirklich sehr authentisch.
Der Perspektivenwechsel hätte eine Hürde sein können. War es aber nicht. Es gab geschickte Übergänge, die ich so das letzte Mal bei Breaking Bad gesehen habe. Also vor vier Jahren oder so. Leider habe ich gerade keinen besseren Vergleich. Ich habe mich über jeden Wechsel gefreut, weil mich die einzelnen Geschichten dahinter sehr interessiert haben. Ich war dann auch gleich wieder drinnen und musste nicht erst umdenken.
Natürlich wurde das in erster Linie durch Schriftartenwechsel und den Symbolen erleichtert.
In den Vergangenheitsabschnitten gab es in meiner Erinnerung mehr Handlung. Oder besser gesagt: es kommt einem so vor. Weil Franziska herumirrt, verschiedene Menschen kennen lernt und sich selbst entwickelt. Irgendwie gibt das auch mehr Tiefe.
Von den Wendungen werde ich hier natürlich nichts erzählen. Nur, dass ich wirklich sehr überrascht war und ein Fan solcher Tricks bin. Und wie!
Obwohl das Buch wirklich leicht zu lesen war, hatte es schon einen gewissen Anspruch. Zum einen, weil auch verschiedene medizinische, historische und kulturelle Fakten miteinbezogen wurden. Aber auch, weil selbst Nebencharaktere ihre eigene Geschichte bekommen haben.



Charaktere

Franziska ist die Frau aus der Vergangenheit. Die einzige Figur, die wir als Leser auch als "ich" kennen lernen. Dadurch habe ich ihr natürlich noch eine höhere Wichtigkeit beigemessen. Und mehr erzähle ich darüber natürlich nicht. Sie wurde nach einem Unfall im schönen Cölln des 17. Jahrhunterts von Antonio gerettet und in eine vornehmere Obhut vermittelt. Ihren Retter trifft sie später noch ein paar Mal. Ihr eigenes Spiegelbild eher weniger. Denn das kommt ihr etwas fremd vor. Ebenso wie ihre Stimme, die sie wohl nicht mehr beherrschen kann. Sie lernt viele neue Leute kennen. Liebenswerte und solche, die sie in Gefahr bringen.
In der Gegenwart lernen wir das Ärzteteam Oliver, Mark und Mia kennen. Mark war als Notfallmediziner an einer Unfallstelle beteiligt, was ihn zu Leyas Retter machte. Er steht in seinem Leben an einem Tiefpunkt. Kurz nach der Scheidung sieht man ihm seine emotionale Betroffenheit noch sehr deutlich an. Doch auch ihm kann vielleicht geholfen werden. Mia und Oliver kennen sich auch außerhalb der Arbeit. Das macht ihre Beziehung zueinander aber nicht leichter. Ganz im Gegenteil...




Idee

Ich wusste, dass irgendwas an der Geschichte besonders sein soll. Dass man sehr aufpassen muss und das Buch nicht nebenher lesen soll. Also habe ich manchmal zuviel hineininterpretiert. Und wurde auch trotzdem zum Opfer der Überraschung. Ich war total auf dem Holzweg. Und wenn man sich da einmal reingebissen hat, ist es ziemlich schwierig, sich zu entknoten. Passend zu der Geschichte, die schon etwas komplexer war. Ich fand den Perspektivenwechsel, sowie die Kernidee (Überraschung) wirklich geschickt eingefädelt! Auch der Hauptschauplatz war passend gewählt. Es heißt ja "schreibe was du kennst". Spätestens jetzt weiß ich wieso.
Es kann sein, dass ich die einfach übersehen habe. Aber Quellenangaben hätte ich wirklich toll gefunden. Aber es ist ja kein Sachbuch. Demnach musste ich Google befragen. Vorrangig ging es mir da um die wunderschöne Dame auf dem Potrait und auch um Medici. Das Wissen über die bekannte Dynastie musste ich auf jeden Fall auffrischen. Ich werde bei solchen Büchern immer total neugierig, wieso ich dann letzendlich noch viel länger brauche, um das Buch zu beenden. Denn dazwischen hänge ich immer wieder in anderen Büchern und im Internet rum, um die Hintergrundinfos nachzulesen. Ich weiß: freaky.




Ein packender Roman, der mit seinen verschiedenen Facetten von vorne bis hinten spannend ist! Wer gerne Beziehungsdramen, medizinische Romane und historische Ereignisse vereint haben möchte, liegt mit diesem Buch genau richtig. 
Ein intellektueller Wochenendschmöker!

mut-zur-nische


Weitere Post zu diesem Buch:
Gwynnys Lesezauber
Yvonnes Bücherecke
Bonniesbuch
Sandra Florean
Abendsternchens bunte Welt
<3


Panemchallenge
Passend zum Monatsthema, weil es um den Kampf des Lebens geht...

Kommentare:

  1. Ich möchte für Deine wundervolle Rezension bedanken.
    Liebe Grüße
    Charly

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    1. Huhu! Gerne doch! Schön, dass sie dir gefällt und danke, dass du sie geschrieben hast! LG, Sara <3

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Danke, Kleckse! <3